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Föhrer Trachten

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Traditionelle Tracht

Auf den Inseln blieb das Föhrer Brauchtum lebendig und die Trachten werden bis heute von den Frauen und Mädchen auf Föhr zu den verschiedensten Anlässen getragen. Bereits im 16. Jahrhundert gab es auf der Insel nachweislich eine einheitliche Tracht. Damals waren neben der eigentlichen Festtagstracht auch Alltagstrachten oder Trauertrachten üblich. Die heute getragene Festtagstracht entstand vor etwa 100 Jahren und folgt alten Vorbildern. Eine Besonderheit auf den Inseln ist, dass sich die Tracht allein für Frauen und Mädchen durchsetzen konnte. Eine männliche Tracht konnte sich nicht entwickeln, da die meisten Insulaner den Großteil des Jahres zur See fuhren. Eine Tracht zu tragen, wäre hierbei wohl eher hinderlich und zweckentfremdend gewesen. Die männliche Inselbevölkerung tröstete sich mit der in den Hafenstädten gängigen Mode.

© Amras wi / Wikimedia Commons [gemeinfrei]

Stilvoll und kontrastreich - die Frauentracht auf Föhr

Eine Besonderheit der Trachten auf Föhr ist der Pai genannte Trägerrock. Dieser besteht aus blauem Tuch und ist im Rückenteil kunstvoll gefaltet. Die Unterkante bildet ein Saum aus hellblauer Seide. Damit sich die Ärmel auswechseln lassen, werden sie an ein Futterleibchen angenäht. Die Festtagstracht besteht ebenfalls aus einer weißen, mit Lochstickereien versehenen Schürze und einem bunten Schultertuch aus Seide, welches mit über 50 Knopfnadeln auf dem Mieder festgesteckt wird. Die Haube bildet ein kunstvoll geschlungenes Kopftuch, bestickt und mit Fransen besetzt. Auf der Brust trägt die Föhrerin den aus zehn bis zwölf Knöpfen bestehenden Silberschmuck. Der Schmuck wird traditionell in Portugal hergestellt und wurde einst von den Seefahrern auf der Insel eingeführt. Die Tracht der Mädchen gleicht dem Festkleid der Erwachsenen und unterscheidet sich lediglich durch den auf vier Knöpfe reduzierten Brustschmuck.

In Wyk auf Föhr können die Trachten im Dr. Carl-Haeberlin Friesen-Museum besichtigt werden. Neben der eben beschriebenen Festtagstracht sind dort auch eine Alltagstracht und eine Witwentracht ausgestellt. Ebenso können Besucher eine Goldschmiedewerkstatt besichtigen, wo der filigrane Trachtenschmuck entsteht.