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Regionale Besonderheiten auf Föhr

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Wenn Sie einen Urlaub auf die Nordfriesischen Inseln planen, dann legen Sie ein besonderes Augenmerk auf die regionalen Besonderheiten auf Föhr. Neben dem traditionsreichen Kunsthandwerk aus Ton und Keramik, bietet sich zudem der begehrte Bernstein, der besonders nach einer Sturmflut am Strand zu finden ist, als ein geeignetes Mitbringsel für Familie und Freunde.

Beim Schlendern durch die kleinen Läden der Insel, kommt man schnell mit den Insulanern ins Gespräch und lernt so den friesischen Dialekt „Fering“ kennen.

Je nach Jahreszeit und Saison bietet die Insel regionale Spezialitäten, wie Matjes mit Bratkartoffeln oder das Föhrer Salzwiesenlamm. Diese können Sie in den zahlreichen Restaurants der Insel probieren. Fischspezialitäten werden ganzjährig auf Föhr angeboten. In der kalten Jahreszeit werden hingegen warme Getränke, wie Teepunsch und Rumgrog bevorzugt.

Doch nicht nur die örtlichen Souvenirs und Spezialitäten gehören zu den regionalen Besonderheiten auf Föhr. So wird auch heute noch an der traditionellen Tracht festgehalten und auch das Brauchtum besitzt einen hohen Stellenwert auf der Insel.

Föhrer Trachten

Auf Föhr wird die Friesentracht getragen. Jedoch nur für die Föhrer Frauen gibt es eine traditionelle Festtagstracht, da die Männer früher häufig zur See fuhren. Im Friesenmuseum können diese nach Belieben besichtigt werden.

➤ Traditionelle Tracht

Auf den Inseln blieb das Föhrer Brauchtum lebendig und die Trachten werden bis heute von den Frauen und Mädchen auf Föhr zu den verschiedensten Anlässen getragen.

Bereits im 16. Jahrhundert gab es auf der Insel nachweislich eine einheitliche Tracht. Damals waren neben der eigentlichen Festtagstracht auch Alltagstrachten oder Trauertrachten üblich. Die heute getragene Festtagstracht entstand vor etwa 100 Jahren und folgt alten Vorbildern. Eine Besonderheit auf den Inseln ist, dass sich die Tracht allein für Frauen und Mädchen durchsetzen konnte. Eine männliche Tracht konnte sich nicht entwickeln, da die meisten Insulaner den Großteil des Jahres zur See fuhren. Eine Tracht zu tragen, wäre hierbei wohl eher hinderlich und zweckentfremdend gewesen. Die männliche Inselbevölkerung tröstete sich mit der in den Hafenstädten gängigen Mode.

➤ Die Frauentracht

Eine Besonderheit der Trachten auf Föhr ist der Pai genannte Trägerrock. Dieser besteht aus blauem Tuch und ist im Rückenteil kunstvoll gefaltet. Die Unterkante bildet einen Saum aus hellblauer Seide. Damit sich die Ärmel auswechseln lassen, werden sie an ein Futterleibchen angenäht. Die Festtagstracht besteht ebenfalls aus einer weißen, mit Lochstickereien versehenen Schürze und einem bunten Schultertuch aus Seide, welches mit über 50 Knopfnadeln auf dem Mieder festgesteckt wird. Die Haube bildet ein kunstvoll geschlungenes Kopftuch, bestickt und mit Fransen besetzt. Auf der Brust trägt die Föhrerin den aus zehn bis zwölf Knöpfen bestehenden Silberschmuck. Der Schmuck wird traditionell in Portugal hergestellt und wurde einst von den Seefahrern auf der Insel eingeführt. Die Tracht der Mädchen gleicht dem Festkleid der Erwachsenen und unterscheidet sich lediglich durch den auf vier Knöpfe reduzierten Brustschmuck.

In Wyk auf Föhr können die Trachten im Dr. Carl-Haeberlin Friesen-Museum besichtigt werden. Neben der eben beschriebenen Festtagstracht sind dort auch eine Alltagstracht und eine Witwentracht ausgestellt. Ebenso können Besucher eine Goldschmiedewerkstatt besichtigen, wo der filigrane Trachtenschmuck entsteht.

Föhrer Dialekt

Das Föhrer Friesisch ist der Hauptdialekt, der auf der Insel gesprochen wird. Im Laufe der Zeit gab es einen sprachlichen Wandel, wobei sich viele unterschiedliche Dialekte auf Föhr bildeten. Bei einem Besuch auf der Insel, wird man häufig auf die Mundart Fering stoßen, kommt aber auch mit Hochdeutsch prima zurecht.
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Gut zu wissen - Sprachliche Vielfalt auf kleinem Raum

Nach der Stadtgründung von Wyk wurde vorherrschend Niederdeutsch gesprochen. Der eigenständige Wyker Dialekt, eine Form des Nordfriesischen, ist heute leider ausgestorben. An seine Stelle trat das Hochdeutsche. Als dialekttreu erweisen sich auf der Insel etwa 2.000 Einwohner. Diese leben vorwiegend in den ländlichen Inselregionen und verständigen sich in der nordfriesischen Sprache. Der vorherrschende Dialekt nennt sich Fering oder Föhrer Friesisch. In der Region um Nieblum konnte sich die niederdeutsche Mundart durchsetzen und eine Dänisch sprechende Minderheit komplettiert das facettenreiche Verständigungsrepertoire auf der Insel.

➤ Eine Insel eine Mundart - Fering

Fering überwiegt auf Föhr. Das Föhrer Friesisch ist einer der zehn Hauptdialekte der nordfriesischen Sprachfamilie. Fering wird allein auf der Insel selbst gesprochen. Auf der Nachbarinsel Amrum ist Öömrang zu hören. Fering lässt sich in drei Ortsdialekte unterteilen. Im westlichen Inselteil spricht man weesdring, im Osterland Föhr ist die Mundart aasdring geläufig und im Föhrer Süden nennt sich der Dialekt boowentaareps. Föhr könnte man als Wiege der nordfriesischen Sprachkultur bezeichnen. Ältestes überliefertes Sprachzeugnis ist die Ballade A bai a reder, die vermutlich aus dem 15. Jahrhundert stammt, aber erst im 19. Jahrhundert aufgezeichnet wurde. Das älteste Schriftdokument in Föhrer Friesisch stammt von keinem Geringeren als Martin Luther. Dieser übersetzte um 1600 den Kleinen Katechismus in Föhrer Friesisch. Föhrer Friesisch wird durch die Fering Stiftung gefördert. Hin und wieder werden Urlauber Beiträge in Fering in der Tageszeitung “Der Insel-Bote” finden, welche in Wyk herausgegeben wird. In allen drei Museen auf der Insel wird auch auf den Inseldialekt Bezug genommen.

Brauchtum auf Föhr

Auf den Inseln können sich durch deren Abgeschiedenheit Bräuche und Traditionen erfahrungsgemäß besonders gut erhalten. Auch Föhr bildet hierbei keine Ausnahme. Das kulturelle Erbe wird in den Familien gepflegt und zieht sich durch den Jahreslauf. Somit haben Urlauber immer wieder Gelegenheit, auf ihrer Ferieninsel typisches Brauchtum kennen zu lernen. Die Erinnerung an von der Zeit vergessene Bräuche wird in den Museen lebendig gehalten.

Biikebrennen Föhr
Biikebrennen auf Föhr

➤ Sitten und Bräuche in den Familien
Die Taufe hatte in früherer Zeit einen hohen Stellenwert für die Insulaner. Auch heute werden auf der Insel Kinder getauft, allerdings hat die Taufe ihr hohes Ansehen als Familienfest verloren. Die Konfirmation wird auf der Insel als “Freimaagin” bezeichnet. Mit diesem “Freimachen” wurde einst der Abschied von der Kindheit definiert. Zeitgleich beendeten die Konfirmanden meist auch ihre Schulzeit.

Als Üütjschiten wird auf Föhr ein Brauch unter Jugendlichen bezeichnet. Hatte ein junger Mann seine Auserwählte siebenmal nach Hause gebracht, dann fand das “Ausschießen” der Paare statt. Es wurden drei Schüsse mit einem Jagdgewehr vor dem Haus der Auserwählten abgefeuert. Erschien der junge Mann nicht freiwillig und bekannte sich zu seiner Freundin, dann wurde er aus dem Haus geschleppt und in einer Karre durch den Ort gefahren.

Die Trauung erfolgte früher ausschließlich in Festtracht. Auch dieser Brauch ging mit den Jahren verloren.

Bräuche über das ganze Jahr
Die alten Inselbräuche wurden über Jahrhunderte gepflegt und überliefert. Zu den alten Inseltraditionen zählte das Ütj to Kenknen an Silvester oder das Ütj to Keeren zu Pfingsten. Viele Bräuche haben mit der Zeit einen Wandel erfahren, wieder andere sind gänzlich verloren gegangen.

Kein unwesentlicher Grund, die eine oder andere Inseltradition wieder aufleben zu lassen, sind die Feriengäste. So ist auch das Biiken in den letzten Jahren wieder stärker in Mode gekommen. Mit den Biikefeuern werden auch die ersten Touristen nach dem langen Winter wieder auf die Insel gelockt. Hierbei entbrennt zwischen den einzelnen Ortschaften ein regelrechter Kampf um den größten Biikehaufen. Von den Mädchen wird eine Piiader genannte Strohpuppe gebastelt. Die Puppe wird von den Kindern gesucht und anschließend im Biikefeuer verbrannt. Wie vielerorts in Nordfriesland herrscht beim Biikebrennen Volksfeststimmung und man trifft sich zu einem deftigen Grünkohlessen, was nicht selten mit einem Korn begossen wird.

Regionale Spezialitäten

Die Föhrer Küche bietet einige friesische Leckereien. Kehren Sie in eines der Restaurants oder Cafés auf Föhr ein und probieren Sie eines der frischen Fischgerichte, das Salzwiesenlamm oder eine heiße Versuchung bei kaltem Wetter, wie den Teepunsch oder Grog.

➤ Regionale Küche

Die Küche auf Föhr ist eher als deftig einzustufen. Die Arbeit und Aktivitäten an der frischen Luft machen hungrig und der Friese bevorzugt Gerichte, die herzhaft schmecken und satt machen. Dabei lädt er sich seinen Teller ordentlich mit Bratkartoffeln voll und lässt sich dazu Matjes oder andere heimische Fischarten schmecken. Wer typisch friesisch speisen möchte, sollte sich auch im Krabbenpulen üben. Diese Fingerfertigkeit beherrschen die Insulaner beinahe im Schlaf. Die Krabbe wird mit Daumen und Zeigefinger am Kopfende angefasst. Anschließend wird der Schwanz des Tieres hin und her bewegt, bis er sich ablösen lässt. Indem man die Krabbe nach hinten wegdreht, löst sich auch der Kopf.

➤ Föhrer sind Fleischesser

Man möchte meinen, die Insulaner haben sich dem Fisch verschrieben. In Wahrheit spielte die Viehzucht immer eine größere Rolle auf Föhr als der Fischfang. So sind die Insulaner zu bekennenden Fleischessern geworden. Urlauber, die gerne Fisch essen, werden natürlich mit frischem Nordseefisch verköstigt, wenn dieser auch in vielen Fällen aus Flensburg oder Husum angeliefert wird. Den Föhrern liebstes Fleisch ist das Salzwiesenlamm. Das Fleisch ist ganz besonders aromatisch und lässt sich zu den unterschiedlichsten Gerichten verarbeiten. Auch der Schafskäse ist auf den Speisekarten zu finden und wird besonders Vegetarier erfreuen.

➤ Tee und Hochprozentiges

Naht die Kaffeezeit, dann möchten die Föhrer ihren Tee nicht missen. Doch auch Hochprozentigem zeigen sich die Insulaner durchaus aufgeschlossen. Nach einem deftigen Essen wird ein Schnaps getrunken. An kalten Tagen wärmt man sich mit Teepunsch oder Rumgrog auf. Der Pharisäer stammt nicht etwa aus Wien, sondern wurde von einem Friesen erfunden. Tee trinkt man auf der Insel seit etwa 250 Jahren, bevorzugt mit heißen Waffeln oder süßem Gebäck.
Tee & Kaffee

Handwerkskunst

Die Insel bietet zahlreiche Produkte aus eigener Herstellung. So findet man auf den Bauernmärkten Föhrs viele traditionelle Mitbringsel, wie den gefragten Bernstein und Kunstwerke aus Keramik.
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Shopping auf Föhr - Souvenirs & Handwerkskunst
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