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Eine Wattwanderung von Amrum nach Föhr verbindet sportliche Aktivität mit einem Naturerlebnis im UNESCO-Weltnaturerbe. Die rund acht Kilometer lange Strecke bewältigen Sie bei Ebbe in etwa zweieinhalb bis drei Stunden. Da Priele und Gezeiten Risiken bergen, finden diese Touren ausschließlich mit zertifizierten Wattführern statt. Der Start erfolgt meist auf Amrum, was eine vorherige Fährüberfahrt von Föhr erfordert. In diesem Artikel erhalten Sie alle notwendigen Informationen zu den Fährverbindungen, der optimalen Ausrüstung und dem genauen Ablauf bis zur Ankunft in Dunsum.
Die Strecke zwischen der Ostküste von Amrum und der Westküste von Föhr beträgt rund acht Kilometer. Für diese Distanz benötigen Gruppen in der Regel zweieinhalb bis drei Stunden. Die genaue Zeit hängt von den Wasserständen und der Beschaffenheit des Bodens ab. Sie laufen mal auf festem Sandwatt, mal durch weicheren Schlick und durchqueren flache Priele. Das Gehen im Watt beansprucht die Beine stärker als auf Asphalt. Rechnen Sie mit einem moderaten Tempo, das Pausen für Erklärungen zur Tierwelt einschließt. Der Weg führt Sie stetig Richtung Föhr, dessen Deichlinie langsam näher rückt.
Die Wanderung beginnt fast immer auf der Amrumer Seite. Urlauber von Föhr fahren deshalb zuerst mit der Fähre hinüber zur Nachbarinsel. Die W.D.R.-Fähren pendeln regelmäßig zwischen Wyk auf Föhr und Wittdün auf Amrum. Die Überfahrt dauert rund eine Stunde. Direkt am Anleger in Wittdün stehen Busse bereit. Diese bringen Sie in etwa 20 Minuten zum Treffpunkt in Norddorf an der Nordspitze Amrums. Kaufen Sie Ihr Ticket am besten vorab online oder am Schalter in Wyk. Achten Sie bei der Buchung der Wattführung darauf, ob der Guide die Fährzeiten berücksichtigt hat. Planen Sie einen Puffer ein, damit Sie entspannt am Deich ankommen.
Das Wattenmeer zwischen den Inseln ist ein dynamischer Naturraum. Versuchen Sie niemals, die Strecke zwischen Amrum und Föhr auf eigene Faust zu laufen. Die Gefahr ist zu groß. Priele füllen sich bei auflaufendem Wasser zuerst und schneiden Ihnen den Weg ab. Besonders das sogenannte „Mittelloch“ ist eine tiefe Rinne, die nur zu bestimmten Zeiten passierbar ist. Auch Seenebel tritt hier plötzlich auf und nimmt jede Orientierung. Zertifizierte Wattführer kennen die Gezeitenkalender exakt. Sie navigieren die Gruppe sicher um Weichwattfelder und Muschelbänke herum. Nutzen Sie dieses Fachwissen für Ihre Sicherheit.
Das Wetter an der Nordsee ändert sich schnell, und auf dem offenen Watt gibt es keinen Windschutz. Kleiden Sie sich nach dem Zwiebelprinzip. Eine winddichte Jacke gehört immer ins Gepäck. Tragen Sie an den Beinen am besten kurze Hosen oder solche, die Sie hochkrempeln können. Jeans saugen sich mit Wasser voll, werden schwer und trocknen schlecht. Obenrum schützt ein heller Hut vor der Sonne. Die Reflexion auf dem nassen Boden verstärkt die UV-Strahlung enorm. Packen Sie Wechselkleidung wasserdicht in den Rucksack, falls Sie stolpern oder ein Schauer durchzieht.
Ihre Wanderung endet an der Westküste von Föhr, genauer gesagt am Deich von Dunsum. Hier spüren Sie wieder festen Boden unter den Füßen. Direkt am Deichübergang finden Sie in der Regel Wasserhähne oder Fußwaschbecken. Dort spülen Sie den Schlick von den Beinen und wechseln die Schuhe. Dunsum selbst ist ein ruhiges Friesendorf. Viele Gruppen kehren hier noch kurz ein oder nutzen die öffentlichen Busse. Die Buslinie verbindet Dunsum mit dem Hauptort Wyk und den anderen Inseldörfern. Prüfen Sie den Busfahrplan vorher, da die Busse auf Föhr nicht im Minutentakt fahren.
Die Nordsee folgt ihrem eigenen Takt. Wer das Watt durchqueren will, muss sich diesem Rhythmus anpassen. Die Gezeiten bestimmen nicht nur, wann der Weg passierbar ist, sondern auch das gesamte Ökosystem.
Ebbe und Flut wechseln sich etwa alle sechs Stunden ab. Das Zeitfenster für die Wanderung ist begrenzt. Man startet kurz vor Niedrigwasser, um den niedrigsten Wasserstand in der Mitte der Strecke zu nutzen. Da sich die Gezeiten jeden Tag um etwa 50 Minuten verschieben, finden die Touren täglich zu anderen Uhrzeiten statt. Ein Blick in den aktuellen Gezeitenkalender oder auf die Termine der Wattführer ist daher für die Planung unerlässlich.
Die Hauptsaison für die Wattwanderung von Amrum nach Föhr liegt zwischen Mai und September. In diesen Monaten sind Luft und Wasser meist warm genug, um die Tour entspannt zu genießen. Im Frühjahr und Herbst ist das Erlebnis rauer, aber oft klarer. Dann beobachten Sie riesige Schwärme von Zugvögeln, die im Watt Rast machen. Im Winter finden diese großen Überquerungen aus Sicherheitsgründen fast nie statt, da das Wasser zu kalt ist und Eisschollen Gefahr bedeuten.